E-LearningSitemapKontaktImpressumSuche

Hochschulstandort erhält neuen Schub

28.10.09 12:35

Arens-Fischer: Verbinden mit Neuorganisation Wachstumspotenziale – Hendrik Kampmann: BA wird als Marke bleiben


(Originalartikel) Knapp 1000 Studierende zählt die Fachhochschule Osnabrück am Standort Lingen derzeit – 500 mehr werden es voraussichtlich Ende nächsten Jahres sein. Ein solcher Sprung nach oben ist ungewöhnlich, so ungewöhnlich wie der Grund für diesen deutlichen Zuwachs: Die Berufsakademie Emsland integriert ihre Studierenden unter das Dach der FH, indem alle ihre dualen Studiengänge
in das 2007 an der FH geschaffene „Department für duale Studiengänge“ (DDS)
integriert werden. Dort befinden sich bislang nur die Studiengänge Engineering
technischer Systeme und Management betrieblicher Systeme als gemeinschaftsangebote von FH und BA.

Über die Hintergründe der Neuorganisation äußerten sich BA-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Arens-Fischer und der Vorsitzende des Trägervereins, Hendrik Kampmann, im Interview mit unserer Zeitung.

Herr Arens-Fischer, was ist der Grund für die Neuorganisation?

Arens-Fischer: Zunächst einmal ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Fachhochschule und die Berufsakademie schon seit der Gründung des FH-Standortes in Lingen Mitte der 90er-Jahre zusammenarbeiten. Deshalb wurde 1998 ein erster Kooperationsvertrag geschlossen mit der Absicht, aufeinander bezogene Studiengänge zu entwickeln, um sich so in
den jeweiligen Stärken zu ergänzen. In den zehn Jahren hat sich die Zusammenarbeit immer weiter intensiviert.
Der Grund für die Neuorganisation, die jetzt angestrebt wird, liegt in den Perspektiven des Hochschulstandortes Lingen. Der Wissenschaftsrat hat 2005 die Rahmenbedingungen festgelegt, unter denen der Aufbau des Fachhochschulstandortes Lingen erfolgen soll. Eine der Kernforderungen des Wissenschaftsrates bestand darin, dass die dualen Bachelor-Studienangebote der Berufsakademie Emsland in Abstimmung mit dem Land in das Ausbaukonzept der Fachhochschule Osnabrück integriert werden. Es ergibt sich dann eine Anzahl von rund 1500 Studierenden.

Was wird künftig aus der Marke „Berufsakademie“?

Hendrik Kampmann: Die „Marke“ Berufsakademie wird nicht verschwinden. So wird die Berufsakademie auch weiterhin die dualen Studiengänge im „Department für Duale Studiengänge“ (DDS) unterstützen, wie dieses ja schon für die bisherigen zwei Studiengänge des DDS nun bereits seit fast zwei Jahren der Fall ist. Außerdem besteht die Arbeit der BA ja auch auf dem Sektor der Fortbildung im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung für Unternehmen. Aber entscheidend ist für mich dies: An der bewährten  Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die unsere Studierenden im Rahmen des dualen Systems ausbilden, wird sich nichts ändern. So bleiben die  Ansprechpartner für die Unternehmen, die Abiturienten und die Studierenden dieselben Personen. Das bisherige Team der BA wird auch weiterhin für alle der
Ansprechpartner bleiben. Damit bleibt auch die qualitativ hochwertige Arbeit der BA in der neuen Organisationsstruktur erhalten.


Im „Department für duale Studiengänge“(DDS), das die FH mit Unterstützung der BA seit 2007 betreibt, stehen ja bislang nur die Studiengänge „Engineering
technischer Systeme“ und „Management betrieblicher Systeme“ zur Auswahl.Kommen im nächsten Jahr dann die bisherigen „reinen“ BA-Studiengänge BWL, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen dazu?


Arens-Fischer: So ist es. Zurzeit sind rund 90 Studierende in dem Department, künftig werden es über 500 sein. Eines muss hier auch deutlich gesagt werden: Von dieser Neuorganisation profitieren beide – FH und BA. So profitieren die BA-Studiengänge und damit die Studierenden und die beteiligten Unternehmen von der hoch modernen Infrastruktur des Campus Lingen (Räume, Mensa etc.). Wir verbinden mit der Neuorganisation außerdem Wachstumspotenziale, das heißt ein noch breiteres Angebot an dualen Studiengängen für die Unternehmen und die Studierenden.

Kampmann: Auch unter dem Dach der FH im Department für duale Studiengänge bleiben die Unternehmen weiter unsere Partner. Das haben wir auch in der Mitgliederversammlung des Trägervereins der BA deutlich gemacht, in der 45 von den 300 Unternehmen, die mit der BA kooperieren, Mitglieder sind. Der Trägerverein wird deshalb auch nach der Neuorganisation weiterbestehen. Er ist das „Gesicht nach außen“ zu den Unternehmen, er nimmt auch die Studiengebühren ein.

Was ist mit dem Personal der BA?

Arens-Fischer: Das Personal der Berufsakademie wechselt in das Department für Duale Studiengänge der Fachhochschule.

Wird denn auch in Zukunft der enge Kontakt zu den Unternehmen bestehen?

Arens-Fischer: Ja, das ist ganz wichtig. Damit das auch gewährleistet ist, haben
Berufsakademie und Fachhochschule einen Koordinierungsausschuss gebildet, der den Unternehmen substanzielle Mitbestimmungs- und  Mitgestaltungsmöglichkeiten bei der Weiterentwicklung der dualen Studiengänge im DDS einräumt. Der Unternehmensseite ist wichtig, dass die wesentlichen Elemente der Arbeit in der Berufsakademie Emsland auch im
Department für Duale Studiengänge erhalten bleiben: kleine Gruppengrößen, ein qualitativ hochwertiges Studium, enger Kontakt mit den Betrieben,  bedarfsorientierte Studiengänge.

Die Berufsakademie hat ja bislang ausschließlich Abiturienten für ihre dualen
Studiengängezugelassen. Wie sieht dies künftig unter dem Dach der Fachhochschule aus?

Kampmann: Faktisch wird sich daran nichts ändern, denn auch ein Studium im „Department für duale Studiengänge“ ist ja nur möglich, wenn der oder die Studierende einen Ausbildungsvertrag mit einem mit uns kooperierenden  Unternehmen in der Tasche hat. Da die Unternehmen sehr gute Erfahrungen mit Abiturienten gemacht haben, ist der mögliche Bewerberkreis weiterhin eingegrenzt.

Und was ändert sich für die gegenwärtig Studierenden an der BA?

Arens-Fischer: Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie können ihr Studium an der BA fortsetzen und zu Ende bringen, so wie es in ihrem Vertrag steht. Sie können aber auch in das neue „Department für duale Studiengänge“ wechseln, um dort unter voller Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen dann den Bachelor-Abschluss zu erwerben. In diesem Fall würde das Zeugnis von der Fachhochschule ausgestellt.

Kampmann: Inhaltlich wird sich für die Studierenden nichts ändern. Die Vorlesungen werden im gleichen Raum beim gleichen Professor stattfinden.





<- Zurück zu: News
Konzept & Umsetzung: FIEBAK MEDIEN - AGENTUR FÜR KOMMUNIKATION