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Filigraner Helfer für den Modellbau

09.03.10 07:53

Studenten der Berufsakademie in Lingen entwickelten CNC-Fräse für den Hobby- und Modellbaubereich



Stolz auf ihre Arbeit sind (von links): Stephan Feldker, Michael Schulten, Thimo Hellmann, Alexander Bannach und Matthias Engling. Foto: Thomas Pertz

pe Lingen. Mit Laubsäge und Feile arbeiten – warum nicht? Es geht aber auch wesentlich filigraner. Mit  der  selbst  entwickelten  CNC-Fräse  von  Studierenden  der  Berufsakademie  Emsland  (BA)  in Lingen    zum   Beispiel.    Konstruiert    haben    die    pfiffigen   jungen    Leute    im    Rahmen    einer
zweisemestrigen Projektarbeit einen Prototyp, der nach seiner endgültigen Fertigstellung nicht für Großkunden zum Einsatz kommen soll, sondern für den Hobbymodellbauer im Bastelraum.
 
Die  Idee  dazu  hatte  Stephan  Feldker  (ausgebildet  bei  LMC  Caravan,  Münster),  der  an  der  BA  im sechsten  Semester  Wirtschaftsingenieurwesen  studiert.  Gemeinsam  mit  ihm  tüftelten  Michael Schulten  (Kampmann  GmbH,  Lingen)  und  Alexander  Bannach  (Maschinen-  und  Anlagenbau  Rekers
GmbH,  Spelle),  die  ebenfalls  im  sechsten  Semester Wirtschafts-ingenieurwesen  studieren,  und  die angehenden  Wirtschaftsinformatiker  Thimo  Hellmann  (Hansalog  GmbH,  Ankum)  und  Matthias Engling  (Atos  Origin  GmbH,  Meppen)  an  der  Maschine,  die  anspruchsvollen  Modellbauern  im wörtlichen   Sinne   zur   Hand   gehen   soll.   Diese   wollen   nämlich   nicht   vorgefertigte   Bauteile zusammenleimen, sondern selbst konstruieren – computergesteuert und auf den Millimeter genau.
 
CNC  steht  für  „Computerized  Numerical  Control“  und  meint ein    elektronisches      Verfahren      zur      Steuerung      von Werkzeugmaschinen.   Dass   es   für   eine   solche   Fräse   im  Kleinformat einen Bedarf gibt, hatten die jungen Leute vorab in einer „Marktanalyse“ ermittelt. In Modellforen erfuhren sie zum   Beispiel   von   einem   Bastler,   dass   dieser   über   6000
Arbeitsstunden in sein Werk investiert hatte. „Ihm kam es vor allem auf Präzision an“, beschrieb Feldker die Anforderungen an eine solche Fräse.
 
Die Studenten hatten zunächst eine CAD-Konstruktion (CAD ist die  Abkürzung  für  „Computer  Aided  Design“  und  bedeutet computergestütztes  Konstruieren)  von  ihrer  Fräse  angefertigt und   daraufhin   einen   Prototyp   erstellt.   Steuerung,   Software,   Elektronik   und   Mechanik:   Das
komplizierte Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten funktionierte bestens, sodass nun der Bau „in schön“ erfolgen könne, wie Feldker schmunzelnd formulierte.
 
BA-Geschäftsführer  Dr.  Wolfgang  Arens-Fischer  zeigte  sich  sehr  beeindruckt  von  der  Arbeit.  Es handele  sich  um  ein  sehr  anspruchsvolles  Projekt,  das  Industriestandard  aufweise  und  einen konkreten  Marktbedarf  belegen  könne.  „Es  ist  eine  tolle  Koppelung  zwischen  Studieninhalten  und
Praxis“,   hob   Arens-Fischer   die   enge   Verzahnung   von   theoretischer   Wissensvermittlung   und betrieblicher Umsetzung hervor.
 
Mehrere  Hundert  Arbeitsstunden  investierten  die  BA-Studenten  in  das  Vorhaben  –  parallel  zum Studium und zur Ausbildung. Stolz können sie durchaus sein, fertig sind sie allerdings noch nicht. „Die Produktdokumentation  ist  ganz  wichtig,  aber  wie  der  Ingenieur  so  ist,  macht  er  das  ganz  gern  am Ende“, sah Arens-Fischer noch einiges an Schreibarbeit auf die fünf zukommen. 





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